Angela Merkel kündigt Rückzug an
Unsere Bundeskanzlerin und Parteivorsitzende Angela Merkel hat ihren Rückzug aus der Politik angekündigt. Sie hat viele Jahre Großes für dieses Land geleistet und so manche Krise gemanagt. Deutschland steht wirtschaftlich gut da, wir haben fast eine Vollbeschäftigung, überall wird gebaut. Dafür sollten wir einfach auch einmal nur dankbar sein.Neue Herausforderungen
Und doch gilt es, neue Herausforderungen zu meistern. Beispielsweise die Situation in der Pflege oder die Frage vieler Menschen, ob sie sich im Alter ihren Lebensunterhalt noch leisten können. Rechtspopulisten werden auf einmal wieder hoffähig. Das Parteiensystem, wie wir es kennen, driftet auseinander. Eine tiefe Verunsicherung ergreift die Menschen.

Die “Mutter aller Probleme”?
Doch warum ist das so? Lag es tatsächlich an der Flüchtlingskrise, die das Land tief gespalten hat und als „Mutter aller Probleme“ benannt wurde? Wahrscheinlich ging es dabei nicht einmal so sehr um die Thematik der Flüchtlingsaufnahme an sich. Aber die Aussagen, dass ein Staat seine Grenzen nicht schützen kann, haben manches Vertrauen zerstört. Zur Wahrheit gehört aber auch, dass im Nachgang zur Grenzöffnung viel getan wurde, um die Lage wieder in den Griff zu bekommen. Das wird oft vergessen. Doch aktuelle Gewalttaten von einigen, die man willkommen geheißen hat, erschüttern die Gesellschaft. Auf einmal ist von Angst-Räumen die Rede. Das ist nicht das Land, wie es sich viele vorstellen. Die Sicherheit ist ein hohes Gut. Das beschäftigt die Menschen. Das darf man nicht totschweigen, sonst schüttet man Wasser auf die Mühlen der Populisten.

Kümmern wir uns um die Lebenswirklichkeit der Menschen?
Überhaupt müssen wir uns wieder mehr um die Lebenswirklichkeit der Menschen kümmern. Müssen wir denn jedem Häuslesbauer vorschreiben, wie viele Fahrräder er unterbringen muss? Muss denn jeder Lurch gerettet werden oder Eidechsen für Hunderttausende von Euro versetzt werden, nur um ein Wohngebiet zu realisieren. Brauchen wir tatsächlich Gesetze für ein drittes Geschlecht? Sind das die Themen, die die Menschen bewegen? Oder sollten wir uns nicht stärker um die Millionen von Dieselfahrern kümmern, die im guten Glauben ein Fahrzeug mit grüner Plakette gekauft haben und bald nicht mehr in die nächste Großstadt fahren dürfen? Oder um die vielen Schwimmbäder, die geschlossen werden müssen, weil sich die Kommunen die Sanierung nicht leisten können. Oder den Ausbau des Breitband- und Mobilfunknetzes, gerade auch im ländlichen Raum?

Der Markenkern der CDU ging verloren
Wie soll sich eine CDU in dieser Situation positionieren? Der Atomausstieg, das Ende der Wehrpflicht, die Euro-Rettung und schließlich die Flüchtlingskrise haben konservativen Wählern viel zugemutet. Nicht wenige sind abgewandert. Die Partei ist in die Mitte gerückt. Dort werden ja angeblich auch die Wahlen gewonnen. Doch der Markenkern der CDU ging verloren. Diese DNA der CDU muss wieder herausgearbeitet werden und darf nicht zur Beliebigkeit werden. Das konservative Lager muss in der CDU w

ieder zur Geltung kommen. Ohne dass man dabei wichtige soziale Themen vernachlässigt. Eine lebendige Volkspartei CDU würde für mich bedeuten, dass man beiden Lagern eine Heimat gibt. Sonst wäre die CDU eine Klientel- und keine Volkspartei. Und wir müssen weg von den Orchideenthemen, hin zu den Kernproblemen, die die Menschen beschäftigen.

Eine neue Programmatik muss der Person folgen
Das Rennen um den Parteivorsitz bleibt also spannend, denn mit der Person wird auch die künftige Ausrichtung der CDU verbunden. Ich persönlich könnte mir Friedrich Merz sehr gut vorstellen, weil ich denke, dass seine Positionen auch viele abgewanderte CDU-Wähler ansprechen würden. Die Entscheidung wird der Bundesparteitag treffen. Doch egal, wer die Wahl gewinnt, die Programmatik muss der Person folgen. Und vor allem müssen wir junge Leute gewinnen, denen die Werte der CDU wie Freiheit, Gerechtigkeit und Sicherheit wichtig sind, genauso wie ein klares Bekenntnis zu Europa. Die Partei hat jetzt die Chance, sich neu aufzustellen. Diese sollten wir alle nutzen. Durch eine lebendige Diskussion und mit dem klaren Blick nach vorn.

Bad Wildbad, im November 2018
Klaus Mack