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Der Schwarzwald bietet als Drehort mystische Kulissen wie hier am Kaltenbronn

Bad Wildbad/Schwarzwald. Der Schwarzwald legt nach. Nachdem der Südwestrundfunk (SWR) unlängst angekündigt hat, den TATORT vom Bodensee mit Hauptdarstellerin Eva Mattes nächstes Jahr zu beenden, sucht der Sender einen neuen Spielort im Südwesten. Bad Wildbads Bürgermeister Klaus Mack hatte deshalb vorgeschlagen, diesen neuen TATORT der beliebten ARD-Serie „künftig insgesamt aus dem Schwarzwald zu senden“. Der Vorschlag hat eine enorme Resonanz ausgelöst und findet schwarzwaldweit immer mehr Unterstützer.

Der oberste Touristiker des Landes, Andreas Braun, Geschäftsführer der Tourismusmarketing GmbH Baden-Württemberg fände es „reizvoll, Krimigeschichten eben nicht nur in Städten und den üblichen Ballungsräumen anzusiedeln“. Das sehen auch zahlreiche Bürgermeister so: Michael Ruf, Bürgermeister in Baiersbronn beispielsweise spricht von einer „grandiosen Idee“, die Städte und Gemeinden im Schwarzwald würden ein großes „Potential an Möglichkeiten“ bieten. Nicht zuletzt der große Erfolg der Krimiromane von Bernd Leix mit Handlungen in und um den Nationalpark zeige, „dass dieses Thema, Natur und Krimi bestens zusammenpassen“, so Ruf. Und sein Kollege Norbert Mai aus Bad Herrenalb hat gleich Vorschläge für eine einmalige mystische Szenerie in seiner mittelalterlichen Klosterstadt: „Die Teufelsmühle mit ihren Teufelskammern sowie die unterirdische Welt der Katakomben der Frauenalber Klosteranlage versprechen spannende Schauplätze.“ Oberbürgermeisterin Margret Mergen aus Baden-Baden sieht indes die Möglichkeit, „markante Landschaften und einen eigenwilligen Menschenschlag mit städtischem Flair, zum Beispiel aus Baden-Baden“, ideal zu verknüpfen. Seit der Serie ‚Schwarzwaldklinik‘ genieße der Schwarzwald im TV Kultstatus. Dieses könne dem TATORT nützen, so die Oberbürgermeisterin. Der Bad Peterstal-Griesbacher Bürgermeister Meinrad Baumann sieht das ähnlich. Er verweist darauf, dass „der Schwarzwald nicht nur zahlreiche und vielfältige spannende Drehorte zu bieten hat“, sondern auch einen „knitzen Menschenschlag“. Dieser sei für „faszinierende allzu menschliche Geschichten“ gut.

Und auch die Landräte der Region werben für den Vorschlag, den Schwarzwald als Drehkulisse ins rechte Licht zu rücken. Landrat Dr. Klaus Rückert aus Freudenstadt unterstreicht, dass „der Schwarzwald deutschlandweit bekannt und beliebt“ ist. Der Landkreis Freudenstadt habe sich schon als Kulisse zahlreicher Filmproduktionen bewährt. Das dürfte den Leiter des Nationalparks Schwarzwald, Dr. Thomas Waldenspuhl freuen. Er schwärmt: „Beeindruckende Ausblicke, seltene Tiere und Pflanzen, das berührende Farbenspiel der Natur – die wilde Schönheit des Nationalparks Schwarzwald bietet ohne Frage eine ganz besondere Filmkulisse.“ „Mit seinen dunklen Wäldern, idyllischen Landschaften und traditionsreichen Dörfern und Städten ist der Schwarzwald als TATORT-Schauplatz geradezu prädestiniert“, ist Frank Scherer,Landrat des Ortenaukreises und Aufsichtsratsvorsitzender der Schwarzwald Tourismus GmbH überzeugt. Die Region biete dafür eine „einzigartige Kulisse und reichlich Stoff für spannende Storys“. Das sieht auch sein Kollege aus dem Landkreis Rastatt so. Landrat Jürgen Bäuerle ist gleichzeitig Vorsitzender des Naturparks Schwarzwald Mitte/Nord. Er ist sich sicher, dass der TATORT aus dem Schwarzwald „den Zuschauern eine ganz besondere Natur- und Kulturregion im Herzen Europas näher bringen wird“. Der im Schwarzwald gedrehte Film „Die Holzbaronin“ mit seiner hohen Einschaltquote, die langjährige Erfolgsserie „Die Fallers“ oder die legendäre „Schwarzwaldklinik“ seien gute Beispiele dafür, „wie beliebt die Schwarzwaldkulisse bei den Zuschauern ist“, so Jürgen Bäuerle. Sein Kollege, Landrat Helmut Riegger aus dem Landkreis Calw würde sich “freuen, wenn die Region durch dieses Format zusätzlich an Bekanntheit gewinnen würde – immerhin sehen jeden Sonntagabend mehrere Millionen Zuschauer den TATORT.“

Und auch die Wirtschaft liefert gute Argumente für einen Schwarzwald-TATORT. „Die Region sei als lebendige Kulisse wie geschaffen für TV-Produktionen“, sagt Steffen Schoch, Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung Zukunftsregion Nordschwarzwald (WFG). „Tradition und Moderne sind im Nordschwarzwald präsent wie selten in einer Region und für absolut jeden Drehbuchansatz seien passende Locations zu finden“, so der Wirtschaftsförderer. Auch der Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer Nordschwarzwald (IHK), Martin Keppler sieht Vorteile für die Region: „Multi-Channel-Werbung gilt auch für die Region Nordschwarzwald. Es ist sehr gut, wenn wir alle Kanäle bespielen, auch das überregionale Fernsehen.“ Er verdeutlicht, dass eine positive und persönlich ansprechende Darstellung von Landschaft und Menschen eine hervorragende Tourismus- und Standortwerbung wären.

„Die Idee, die Region Schwarzwald zum Drehort zu machen, hat sehr großen Charme“, unterstreicht der Verbandsdirektor des Regionalverbands Nordschwarzwald, Dirk Büscher. Die Region verfüge über ein ganzes Füllhorn malerischer Altstadtkulissen wie in Altensteig, großstädtischer Szenerien in Pforzheim und jede Menge malerischer Landschaften. Es sei deshalb „sicher reizvoll, die Region Schwarzwald in den Fokus zu nehmen und somit erstmals auch dem TATORT als Schwarzwald-TATORT ein regionales Format zu geben“, so Büscher. Die Schwarzwald Tourismus GmbH würde es unbedingt begrüßen, wenn sich SWR und ARD für den Schwarzwald genauso begeistern können, wie es alljährlich Millionen von Bundesbürgern tun. „Da – wie wir aus repräsentativen Studie wissen – schon jeder zweite Deutsche über 14 Jahre mindestens einmal Urlaub im Schwarzwald gemacht hat, müsste auch ein Quotenerfolg leicht zu schaffen sein“, ist sich der Geschäftsführer der Schwarzwald Tourismus GmbH, Christopher Krull sicher. Die Handlung müsse „die Charaktere und Charakteristika im Spannungsfeld zwischen Winzern, Waldbauern und Cleverles“ darstellen. „Wenn sich dann auch im Ermittlerteam die badisch-schwäbische Lebensart und Haltung spiegeln würde, könnte auch der Schwarzwald-TATORT leicht Kultstatus bekommen.“
René Skiba, Geschäftsführer der Tourismus GmbH Nördlicher Schwarzwald bringt es auf den Punkt: „Im Schwarzwald sind schon ganz wunderbare Geschichten entstanden, denkt man nur an Herrmann Hesse und Wilhelm Hauff. Geheimnisvoll, wild und spannend – das ist der TATORT genauso wie der Schwarzwald.“ Na, wenn das keine Perspektive ist!

SWR 4 Badenradio berichtete über den Vorschlag: