CDU-Bundestagskandidat Klaus Mack im Austausch mit Dekan Holger Winterholer

Calw. Braucht man die Kirche im 21. Jahrhundert überhaupt noch? Der katholische Dekan im Dekanat Calw, Holger Winterholer spricht mit dem CDU-Bundestagskandidaten Klaus Mack über die Herausforderungen von Kirche und Staat in diesen Zeiten.

Die Corona-Pandemie setzt auch den Kirchen schwer zu: weniger Gottesdienste, keine Chorproben, kein Jugendzeltlager, keine Seniorentreffs. „Wir steuern mit Online-Angeboten nach“, sagt Dekan Winterholer. Ersetzen könne das die persönliche Begegnung aber nicht.

„Unsere Strukturen waren schon vor Corona im Umbruch“ berichtet Dekan Winterholer. Auf weniger Kirchenmitglieder und Pfarrermangel habe man organisatorisch reagiert. „Wir stärken aber auch ganz bewusst einzelne Bereiche“, sagt der Dekan. So habe man eine zentrale Stelle im Dekanat für die Klinikseelsorge geschaffen. Die Arbeit in den Schulen und in der Jugendarbeit werde dekanatsweit unterstützt. „Auch unsere Arbeit ändert sich“, sagt Winterholer. Er nehme eine starke Sehnsucht nach Spiritualität wahr. Die Kirche müsse sich mehr auf die Menschen zubewegen.

Als bekennender Katholik und ehemaligem Ministranten sind dem Bürgermeister von Bad Wildbad die Traditionen der katholischen Kirche nicht unbekannt. Mack sieht die Kirche als wichtigen Partner, gerade auch in sozialen Fragen. So sei ihm die Trägervielfalt beispielsweise der Kindergärten ein wichtiges Anliegen. „Mir ist es wichtig, dass junge Menschen das Wort Gottes kennenlernen“, sagt Klaus Mack. Den Religionsunterricht an den Schulen hält er deshalb für unverzichtbar.

Das Grundgesetz bekenne sich zur „Verantwortung vor Gott und den Menschen“. Die christliche Prägung gehöre zu unserer Tradition. In diesem Zusammenhang macht Mack deutlich: „Dass Kruzifixe in manchen Klassenzimmern abgehängt werden müssen, kann ich nicht nachvollziehen“.

Holger Winterholer berichtet, dass das Dekanat Calw über einen der höchsten Anteile an Migranten in der Diözese Rottenburg-Stuttgart verfüge: „Wir haben eine sehr große kroatische und italienische muttersprachliche Gemeinde und sehr viele Katholiken mit polnischer Muttersprache, das bereichert unsere Arbeit“. Winterholer sieht die Integrationskraft der Kirche daher als große Chance für die Region.

Klaus Mack möchte den Austausch mit den Kirchen auch über den Wahlkampf hinaus pflegen. „Als Mitglied einer christlich geprägten Partei ist mir der enge Kontakt sehr wichtig“. Gerade, wenn es um kontroverse Themen gehe. „Die Kirchen werden ihren Weg durch die Zeit finden“, ist sich Mack sicher. „Eine Instanz, die unsere Werte verteidigt und das Wort Gottes verkündigt ist gerade im 21. Jahrhundert gefragter denn je“.

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Dekan Holger Winterholer empfängt den CDU-Bundestagskandidaten Klaus Mack in der Geschäftsstelle des katholischen Dekanats in Calw.