Bad Wildbad/Schwarzwald. Die Sonntagabend-Krimiserie TATORT hat inzwischen Kultstatus erreicht. Selbst die Bundeskanzlerin macht keinen Hehl daraus, dass sie ein bekennender TATORT Fan ist. In vielen Familien stehen am Sonntagabend, 20.15 Uhr die Uhren still. Telefonanrufe werden weggedrückt, es ist TATORT Zeit. Die ARD Serie verspricht Spitzeneinschaltquoten von durchschnittlich 10 Millionen Zuschauern.

Der TATORT ist auch deshalb so erfolgreich, weil die Kommissare aus allen Bundesländern in spannenden Kriminalfällen ermitteln. So spielt das Lokalkolorit eine nicht unerhebliche Rolle. Der Südwestrundfunk (SWR) schickte im Südwesten bisher zwei Ermittlerteams zu den Tatorten: die Kriminalhauptkommissare Thorsten Lannert und Sebastian Bootz bei der Stuttgarter Mordkommission und die Kommissare Klara Blum und Kai Perlmann in Konstanz und Umgebung. Der Südwestrundfunk (SWR) hat nun angekündigt, den TATORT vom Bodensee mit Hauptdarstellerin Eva Mattes nächstes Jahr zu beenden. Der Sender suche für die ARD-Serie einen neuen Spielort im Südwesten. Es sollen zwei Episoden pro Jahr gedreht werden. Die Stadt Freiburg hat sich dieser Tage ins Spiel gebracht, neuer ständiger Standort der ARD-Serie zu werden. Bürgermeister Klaus Mack aus Bad Wildbad, gleichzeitig Mitglied im Aufsichtsrat der Schwarzwald Tourismus GmbH begrüßt diesen Vorstoß, ergänzt aber: „es wäre eine perfekte Idee, den neuen TATORT aus dem Südwesten künftig insgesamt aus dem Schwarzwald zu senden“.
Der Schwarzwald verfüge von Pforzheim bis zur Schweizer Grenze über eine große Anzahl von Städten und Gemeinden, die sich sehr aktiv in eine solche Produktion einbringen würden: Malerische Schwarzwalddörfer in herrlicher Landschaft. Badeorte wie Bad Wildbad als ehemaliges Staatsbad mit historischen Badeanlagen und einer jahrhundertealten Tradition. Bekannte Städte wie Baden-Baden, Freudenstadt, Freiburg oder Pforzheim. Es wäre also eine Vielzahl von städtischen oder dörflichen Strukturen verfügbar, eingebettet in eine besondere Landschaft, die seinesgleichen suche und die auf der ganzen Welt bekannt sei.
Ob historische Bäder, eine Bergbahn, die höchsten Wasserfälle, urige Gasthöfe und Spitzenhotels, moderne Krankenhäuser und Gesundheitseinrichtungen oder auch geheimnisvolle Landschaften. Eine Vielzahl interessanter Drehorte würde den Verantwortlichen zur Verfügung stehen: von verwunschenen Tälern über märchenhaften Waldkulissen bis zu mystischen Hochmooren, verwegenen Kar-Seen oder alten Bannwäldern mit Urwaldcharakter. Eine besondere Atmosphäre sei garantiert. Aber auch verlassene Hotels oder versteckte Waldhütten würden herrliche Kulissen für einen Tatort bieten.
Allein in Bad Wildbad, so der Bürgermeister könne man auf den im maurischen Stil gebauten Badetempel Palais Thermal, eine Standseilbahn oder den Baumwipfelpfad verweisen. Interessante Drehkulissen wären auch das ehemalige Bundeswehrkrankenhaus mit alten Bunkeranlagen oder alte begehbare Thermalwasserspeicher unter dem Forum König-Karls-Bad.
Der Schwarzwald verfüge über eine große Tradition mit der Flößerei und historischen Waldberufen. Die kulinarischen Genüsse wie der Schwarzwälder Schinken und die Schwarzwälder Kirschtorte verhalfen dem Schwarzwald zu internationalem Ruhm, so Klaus Mack. Der „Black Forest“ gelte demnach weltweit als Marke. Heute biete der Schwarzwald moderne Gesundheits- und Sportangebote, herrliche Wellnessanlagen und eine Spitzengastronomie mit der höchsten Sterne-Dichte. All diese ermögliche eine Vielzahl an Ideen für spannende und abwechslungsreiche Produktionen.

Der Bürgermeister zweifelt nicht daran, dass der Schwarzwald als international bekannte Marke eine hohe Einschaltquote garantieren würde. Er will sich deshalb mit seinem Vorschlag an den Intendanten des SWR, Peter Boudgoust wenden. „Der Schwarzwald-TATORT wäre ein Spitzenreiter in den vielfältigen Produktionen aus allen Teilen Deutschlands. Dies würde die so erfolgreiche Sonntagabend-Serie weiter bereichern“, ist sich Mack sicher.