Innenminister Thomas Strobl informiert sich in Bad Wildbad-Sprollenhaus zum aktuellen Stand des Glasfaserausbaus der Stadt Bad Wildbad und des Landkreises Calw. (v.l.) Andreas Knörle (Geschäftsführer Eigenbetrieb Breitband Landkreis Calw), Bodo Moray (Geschäftsführer Netze BW), Landrat Helmut Riegger, Minister Thomas Strobl, Bürgermeister Klaus Mack und Bernd Land (Eigenbetrieb Breitband Landkreis Calw). (Foto: Landkreis Calw)

Bad Wildbad. Hoher Besuch in Sprollenhaus. Innenminister Thomas Strobl informierte sich im Sommer 2019 über den Stand des Glasfaserausbaus. Und zeigte sich beeindruckt, wie der Landkreis uns seine Kommunen den Ausbau vorantreiben. Aus seinem Unmut machte Bürgermeister Klaus Mack allerdings keinen Hehl: „der Ausbau des schnellen Internets ist eigentlich keine kommunale Aufgabe“. Nachdem aber Telekom und Co. den ländlichen Raum nicht erfassen würden, müsse die Stadt in die Presche springen. Mit Millionenaufwand und hohen Fördersummen des Landes treibe deshalb die Stadt den Ausbau eines Glasfasernetzes selbst voran. „Wir dürfen aber nur ausbauen, wo ein Marktversagen vorliegt“, so Mack. Das bedeute, die Stadt müsse nachweisen, wo private Anbieter keine Versorgung garantieren würden. Gemeinsam mit dem Landkreis und den Kreiskommunen wurde mit den Netzen BW ein Generalunternehmer beauftragt, der derzeit in Sprollenhaus die erste Baumaßnahme durchführt.  Die Arbeiten sollen im August in Sprollenhaus abgeschlossen werden. Dann folgen im September und Oktober 2019 die Wohngebiete Bais und Christophshof. Die Sprollenmühle wird genauso angefahren wie der Stadtteil Nonnenmiß. Parallel stellt der Landkreis sein Backbonenetz fertig, so dass das Netz Ende des Jahres 2019 in Betrieb genommen werden kann. „Wenn die Privateigentümer bis dahin ihre Verkabelung im Haus fertiggestellt haben, verfügen sie  spätestens an Weihnachten über das schnellste Internet der Stadt“, so Bürgermeister Mack. Dann ist der erste von insgesamt sechs Bauabschnitten fertiggestellt. Die Bauabschnitte 2 und 3 folgen im Spätsommer und Herbst in anderen Kreiskommunen. Im Frühjahr 2020 startet mit dem Bauabschnitt 4 der Anschluss des Gewerbegebiets Beermiß in Calmbach. Die beiden Gebäude der Fünf-Täler-Schule in der Jahnstraße und der Höfener Straße stehen dabei genauso auf der Agenda wie das Rathaus in Calmbach. Das Backbonennetz wird im gleichen Zuge bis zum Freibad ausgebaut. Ende des Jahres 2020 können diese Arbeiten voraussichtlich abgeschlossen werden. „Dann steht auch einem öffentlichen WLAN Netz im Freibad nichts mehr im Weg“, so Mack.

Im Bauabschnitt 5 wird das Glasfaserkabel von der Haltestelle Kurpark über die Olga- und Silcherstraße bis zum Sportplatz gebaut. Über die Ziegelhütte geht es weiter bis zum Lautenhof. Baubeginn dieses Abschnitts wird im Herbst 2020 sein, die Aufnahme des Betriebes ist für den Sommer 2021 vorgesehen. Der Bauabschnitt 6 erfasst dann den Strauberg, führt weiter über die Bätzner- und Hochwiesenstraße bis zu den Johanneskliniken. Baubeginn dieses Abschnitts ist Ende 2020, die Fertigstellung ist ebenso für Sommer 2021 vorgesehen. Damit endet dann auch dieses Ausschreibungspaket.

Für den Stadtteil Aichelberg erfolgt eine Verkabelung der Ortsdurchfahrt mit Leerrohren bereits während des Straßenausbaus. In insgesamt drei Bauabschnitten wird die Ortsdurchfahrt saniert. Die Maßnahme soll im Jahr 2021 fertiggestellt sein. Für das Glasfasernetz und den Anschluss von Hünerberg und Meistern wurden bereits Fördermittel zugesagt. Die Ausschreibung dieses Bereichs erfolgt wieder in der Gemeinschaft der Kommunen. Mit einem Baubeginn kann im Herbst 2020 gerechnet werden. „Wenn alles so läuft, wie wir uns das vorstellen, haben wir im Frühjahr 2022 eine neu ausgebaute Ortsdurchfahrt und die Bergorte komplett mit Glasfaser erschlossen“, so Klaus Mack. Die Stadt setze mit diesen Investitionen einen klaren Schwerpunkt für dieses Zukunftsprojekt.