Netzwerker setzt sich durch

Stabübergabe von Hans-Joachim Fuchtel, MdB an Klaus Mack

Region/Nagold. Mit 61,3% der Stimmen wurde am 23. Oktober 2020 Klaus Mack zum Bundestagskandidaten für die Landkreise Calw und Freudenstadt gewählt. Sein Herausforderer Dr. Alessandro Pagella (Haiterbach) unterlag mit 111 Stimmen dem Bürgermeister von Bad Wildbad. 

Beinahe 300 Mitglieder waren in die Nagolder Stadthalle gekommen, um ihre Stimme für den möglichen künftigen Bundestagsabgeordneten abzugeben. Die beiden Kandidaten durfte sich vor voller Halle noch einmal persönlich vorstellen und mit ihren Zielen und Ambitionen für sich zu werben. 

Minister Peter Hauk, der die Versammlung in der Nagolder Stadthalle leitete, begann den Abend mit Lob für und Dank an den scheidenden Abgeordneten Hans-Joachim Fuchtel. Dem schlossen sich die CDU -Mitglieder in Form von stehenden Ovationen an.

Die CDU-Kreisvorsitzenden aus Calw und Freudenstadt, Thomas Blenke und Katrin Schindele

Danach war die Bühne frei für die beiden Kontrahenten. Durch Los bestimmt machte Alessandro Pagella den Anfang – ebenfalls mit Lob und Respekt für Fuchtel. Gleich zu Beginn gab der Reserveoffizier der deutsch-französischen Brigade ein klares Bekenntnis zum Kommando Spezialkräfte KSK in Calw ab. Pagella kündigte an, die Politik Fuchtels fortsetzen zu wollen („Was gut ist, muss man fortsetzen“). Den Mitgliedern machte er deutlich, dass die kommenden Jahre durch die Pandemie „kein Spaziergang“ würden. Trotzdem sei es jetzt wichtig, den überbordenden Pessimismus im Land zurückzudrängen. Der Mann aus Haiterbach griff in seiner Bewerbungsrede die AfD frontal an. Deutschland sei ein weltoffenes Land, und die Menschen dürften nicht auf die „rückwärtsgewandte Propaganda“ der AfD“ hereinfallen.

Klaus Mack zeigte sich in seiner Bewerbungsrede von Beginn an selbstbewusst. Betonte, dass er in den vergangenen 20 Jahren Erfolge für die Region, die ihm am Herzen liege, erzielt habe, wie etwa die Einrichtung des interkommunalen Gewerbegebietes Interkom Enz/Nagold. Sein Wissen, seine Bekanntheit und sein Netzwerk in Berlin und Baden-Württemberg wolle er dazu nutzen, sich auch in Zukunft für die Region zu engagieren, für die Region und ihre Menschen zu kämpfen – etwa in Sachen B 28, Tourismus, Mobilfunknetz oder Landwirtschaft – und ein starkes Ergebnis für die CDU einzufahren. „Mit mir muss sich der politische Gegner warm anziehen“, machte Mack klar. Seinen Gegner an diesem Abend erwähnte er nur kurz, aber unmissverständlich: „Wir dürfen uns keinen Kaltstart erlauben!“, warnte Mack, der in seiner Rede die persönlichen Angriffe auf seine Frau und seine Kinder im Zuge des Wahlkampfes deutlich kritisierte.

Nach zwei guten und kämpferischen Reden und einigen wenigen Fragen an die Kandidaten, hatten die Mitglieder das letzte Wort. Um kurz vor neun stand dann fest, dass Klaus Mack das Ticket für Berlin gelöst hatte, sofern die CDU im nächsten Jahr das Direktmandat gewinnt. 176 Stimmen fielen auf den 47-jährigen Bürgermeister von Bad Wildbad. „Ich bedanke mich für Ihr Vertrauen“, sagte Mack zu den CDU-Mitgliedern der Kreisverbände Calw und Freudenstadt in der Stadthalle in Nagold. Mack stellte in Aussicht, gemeinsam mit Experten und den Mitgliedern einen „Masterplan für die Region“ zu erstellen und einen „Wahlkampf aus einem Guss“ zu führen.

Text: Schwarzwaälder Bote (ergänzt/gekürzt)