Bewerber um das CDU-Bundestagsmandat Klaus Mack im Austausch mit der Bundestagsabgeordneten Ronja Kemmer


Bundestagsabgeordnete Ronja Kemmer und Klaus Mack

Nagold. Die Digitalisierung der Schulen soll vorangebracht werden. Darin sind sich die Bundestagsabgeordnete Ronja Kemmer und Klaus Mack, Bewerber um das CDU-Bundestagsmandat im Wahlkreis Calw/Freudenstadt einig. Den Präsenz-Unterricht ersetzen wollen die beiden durch digitale Medien aber nicht. Bei einem Gespräch in Nagold tauschten sich Mack und Kemmer über das dritte Corona-Paket der Bundesregierung zur Digitalisierung der Schulen aus. Weitere Themen waren die Forschung und neue Entwicklungen im Bereich künstliche Intelligenz.

Ronja Kemmer ist seit 2014 Mitglied des Bundestages und hat als erst 31jährige Politikerin schon eine beeindruckende Karriere hinter sich. Sie ist Mitglied im Ausschuss für Bildung, Forschung und Technikfolgenabschätzung und Mitglied im Ausschuss Digitale Agenda. Erste politische Erfahrungen durfte die Stammheimerin in den Jahren 2010-2014 als Vorsitzende der Jungen Union im Kreis Calw sammeln. Klaus Mack und Ronja Kemmer begegneten sich in dieser Zeit und unterstützten 2011 Thomas Blenke im Landtagswahlkampf. Kemmer ist heute Abgeordnete im Alb-Donau-Kreis, in dem Macks Heimatort Lonsee liegt.

„Ziel der Bundesregierung ist es, alle Schulen ans schnelle Internet anzuschließen, Schülern zuhause einen bezahlbaren Internetzugang zu ermöglichen und Lehrer mit Endgeräten auszustatten“, sagt Ronja Kemmer. Dazu sollen vom Bund 500 Millionen Euro zusätzlich zum Digitalpakt von fünf Milliarden Euro bereitgestellt werden. Mack begrüßt die Initiative, betont aber: „Im Südwesten haben bisher nur fünf Prozent der Schulen Zugang zu schnellem Internet“. Das liege an der Topographie, aber auch am Sanierungsstau mancher Schulen, in denen neue Kabel aus Brandschutzgründen gar nicht eingezogen werden dürfen. Wichtig seien deshalb entsprechende Bundesprogramme, wie im Moment das Programm „Sanierung kommunaler Einrichtungen“. „Beim Thema künstliche Intelligenz dominieren oft Ängste und Sorgen“, sagt Ronja Kemmer, die Obfrau für die CDU/CSU in der Enquete-Kommission „Künstliche Intelligenz – Gesellschaftliche Verantwortung und wirtschaftliche, soziale und ökologische Potenziale“ ist. Natürlich würden durch die digitale Transformation auch Arbeitsplätze entfallen, doch aktuellen Berechnungen zufolge stehen 1.3 Millionen Jobs, die bis 2025 wegfallen könnten, auf der anderen Seite 2,1 Millionen neue Jobs gegenüber. KI könne ganz maßgeblich zur Entlastung und Unterstützung von Arbeitnehmern führen, wodurch mehr Raum für kreative und erfüllende Aufgaben entstünde. Studien zufolge ließe sich das Bruttoinlandsprodukt in Deutschland bis 2030 allein durch KI um über 11 Prozent steigern. Das entspreche einer Wertschöpfung von 430 Milliarden Euro. Klaus Mack berichtet, dass die Wirtschaftsförderung Nordschwarzwald (WFG) mit dem KI-Lab Nordschwarzwald eine regionale Anlaufstelle für Künstliche Intelligenz auf den Weg gebracht habe. Ein Projektteam arbeite seit Juli dieses Jahres daran, KI als eine Schlüsseltechnologie für die Wertschöpfung der Zukunft zu fördern. Insbesondere kleine und mittlere Unternehmen in unserer eher ländlich geprägten Region sollen das Potenzial erkennen und für konkrete Einsatzmöglichkeiten in ihrem Umfeld sensibilisiert werden. „Unser Ziel ist, die regionale Wirtschaft zu stärken“, sagt Klaus Mack. Dazu wolle er im Falle seiner Wahl auch in Berlin beitragen.

19.10.2020